ERSTER Sieg … ERSTER Meistertitel … bei den ERSTEN Staatsmeisterschaften 2004 in Dornbirn!!!
Es war eine lange und harte Zeit des Wartens. Seit der Einführung des Team-Turnens in Österreich - ganze drei Jahre - war es den Teams vom VGT nicht vergönnt einen „offiziellen“ Meistertitel zu holen, geschweige denn einen Wettkampf zu gewinnen. Immer wieder scheiterten wir – zu letzt äußerst knapp – an unserem ersten vollen Erfolg. Doch niemals haben die Turnerinnen den Kopf in den Sand gesteckt. Immer wieder aufs Neue war es das Ziel noch besser zu werden, noch härter zu trainieren, um endlich den so sehr ersehnten Sieg zu erturnen. Schließlich wurden die Mühen belohnt.
Nach einer langen Zugfahrt endlich in Dornbirn angekommen, ging es gleich in die Einturnhalle, um sich auf die neuen Geräte, welche für die EM bereitgestellt wurden, einzustellen. Die Umstellung fiel den Turnerinnen nicht besonders schwer und ließen für den Wettkampftag viel erhoffen.
Ziel für das Team VGT2 war es, sich für das Finale der besten fünf Juniorinnenteams zu qualifizieren. Schon bei den Wettkämpfen im Vorfeld, haben es die Mädels bewiesen, dass sie das „Zeug“ dazu haben.
Das Ziel vom Team VGT1 war es jedoch sich endlich den begehrten Meistertitel zu holen. Oft war man schon so knapp an einem Sieg dran. Immer wieder wurden wir um wenige Zehntel von unserem Erzrivalen und Freunden, Union Eisenstadt, auf den zweiten Platz verwiesen. Schon seit geraumer Zeit wurde uns nachgesagt, die „ewigen Zweiten“ zu bleiben.
Die Qualifikation für das Finale der besten fünf Formationen in der Juniorinnenklasse lief für das zweite Team leider überhaupt nicht nach Wunsch. Lediglich die Kür am Boden konnte halbwegs angemessen vorgetragen werden. Bei den Reihen auf der Tumblingbahn und am Minitramp passierten dem Team leider zu viele Stürze, sodass es weit unter seinem Wert geschlagen wurde und nur der siebende Platz erreicht werden konnte. Jedoch steckt in dieser Mannschaft wesentlich mehr, als bei diesen Meisterschaften gezeigt wurde. Auf den nächsten Siegerfotos wird dieses Team sicher des Öfteren auf einem Stockerlplatz zu sehen sein.
Die Formation VGT1 hingegen gab sich keine Blöße und stellte schon im Vorfeld, bei der Qualifikation mit dem ersten Rang, den Anspruch auf den Meistertitel. Im Finale schließlich konnten die Tageshöchstwerte auf der Tumblingbahn und am Minitramp erturnt werden. Wieder einmal war es die Bodenkür, die uns vier Zehntel auf die anderen Teams gekostet hat. Wobei man sagen muss, dass gerade an diesem Gerät die Meinungen, was gut und was schlecht ist, sehr weit auseinander gehen. Denn Tatsache ist, dass es in Österreich kein Team gibt, welches mit seiner Bodenkür dem internationalen Vergleich standhalten kann.
Auf jeden Fall wurde es bis zum Schluss sehr knapp. Das Zittern, beim Warten auf die Wertung unseres ersten Verfolgers, der Union Eisenstadt, nach deren letzten Auftreten am Minitramp, wollte kein Ende nehmen. Denn die Mädels aus Eisenstadt legten atemberaubende Reihen an diesem Gerät hin, sodass uns allen bange wurde. Gebannte Blicke waren auf die Anzeigetafel gerichtet. Ein allgemeines „das geht sich nicht aus“ ging durch die Reihen. Doch dann ein Aufschrei. Ganz oben in der Ergebnisliste, an erster Stelle steht „Verein Grazer Turnerschaft 1“. Endlich war es so weit. Endlich durften wir über einen Sieg und vor allem über den Meistertitel jubeln. So lange haben wir schon drauf gewartet und die Freude bei allen Betreuern, Kampfrichtern, Eltern und vor allem bei den Turnerinnen war grenzenlos. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man weiß, wie lange, intensiv und konsequent wir schon auf diesen einen Tag hintrainiert haben.
Noch im Stadion knallten die Sektkorken und aus dem Pokal wurde der Schaumwein getrunken.
Natürlich gab es auch in der Unterkunft noch einige Siegesfeste, bei denen der Erste (VGT1) und der Siebende Platz (VGT2) gehörig gefeiert wurde.
Blick in die Zukunft:
Das Team VGT1 wird nächstes Jahr nicht mehr in der Juniorinnenklasse starten, sondern den Senioren ordentlich das Leben schwer machen. Die Turnerinnen sind voll motiviert und haben bei der EM gesehen, was alles möglich ist und was man können muß, damit man international vorne dabei ist. Denn in der Allgemeinen Klasse wird es interessant und gute, stark besetzte Wettkämpfe warten auf dieses Team.
Das Team VGT2 tritt in der Juniorinnenklasse ein schweres Erbe an. Denn wird von unserem Verein doch auch nächstes Jahr eine starke Formation erwartet, die um den Sieg mitkämpfen kann. Es heißt für die Mädels fleißig trainieren, um nächstes Jahr in die Fußstapfen ihrer Vorbilder aus dem ersten Team treten zu können.
Die EM 2004 in Dornbirn:
Vier Turnerinnen unseres Vereins hatten die Ehre Österreich bei dieser EM, zusammen mit Turnerinnen aus Eisenstadt und Wien, zu vertreten. Es war ein erstes Reinschnuppern in die internationale Szene, was für uns unglaublich wichtig und lehrreich war. Es war absolutes Neuland für uns. Leider verlief der Wettkampf nicht nach Plan. Eine unerhört niedrige Wertung auf der Bodenfläche, gleich zu Beginn des Wettkampfes, demoralisierte die Truppe enorm. Die Wertung auf der Tumblingbahn war ebenfalls viel zu nieder und so war das Pulver für die Reihen am Minitramp verschossen. Leider konnte nur der 18. Rang erreicht werden und wir waren somit von unserem Ziel, einen Platz unter den besten zehn Teams zu erreichen weit entfernt. Nichts desto trotz ist den Damen klar, dass es kein zweites Team gab, das aus so jungen Turnerinnen bestanden hat und vor allem, dass es ein lehrreicher Wettkampf war, der uns für die Zukunft viel gebracht und uns ein ordentliches Stück weiter an das internationale Niveau gebracht hat. Noch gilt, dabei sein ist alles. Doch für die nächste EM 2006 wollen sich die Turnerinnen unseres Vereins unbedingt als eigenes VGT-Team qualifizieren und werden ihr Ziel wohl auch erreichen.